Ein auffälliger Zyklus kann verschiedene Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Viele Frauen sind verunsichert, wenn ihre Periode unregelmäßig auftritt, ausbleibt oder von starken Schmerzen begleitet wird.
Doch ab wann spricht man eigentlich von einer Zyklusstörung und wann sollte man ärztlichen Rat einholen? Wir zeigen Ihnen, welche Formen von Zyklusstörungen es gibt, was mögliche Ursachen sind und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein normaler Zyklus dauert zwischen 24 und 36 Tage, gerechnet ab dem ersten Tag der Blutung bis zum Tag vor der nächsten Blutung.
- Der Eisprung findet immer vor der nächsten Blutung statt.
- Verkürzte oder verlängerte Zyklen sollten mit einer Hormonbestimmung abgeklärt werden, idealerweise am 3., 4. oder 5. Zyklustag.
- Schmierblutungen vor der Periode, mittzyklische Blutungen und postmenstruelle Spottings können verschiedene Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden.
- Blutungsstörungen treten häufig in der ersten Zeit nach der Menarche (1. Blutung) und in der Prä- oder Perimenopause (weiter unten erklärt) auf.
- Bei jungen Mädchen kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis sich der Zyklus reguliert.
- Behandlungsmöglichkeiten bei Zyklusstörungen umfassen Schmerzmittel, Agnus castus, CBD-Öl und hormonelle Behandlungen wie die Pille.
Wie zeigen sich Menstruationsstörungen?
Menstruationsstörungen können sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen und den Alltag betroffener Frauen erheblich beeinträchtigen. Oft ist es schwierig zu erkennen, ob die Beschwerden noch im Rahmen des Normalen liegen oder ob es sich um eine behandlungsbedürftige Störung handelt.
Hier sind einige Möglichkeiten, inwiefern ein Zyklus als auffällig gelten kann:
1. Zykluslänge
Ein normaler Zyklus dauert zwischen 24 und 36 Tage. Dabei wird die Länge berechnet ab dem ersten Tag der Blutung bis zum Tag vor der nächsten Blutung. Zyklen, die kürzer als 24 oder länger als 36 Tage sind, gelten als auffällig.
Wichtig: Das bedeutet jedoch nicht, dass bei solchen unregelmäßigen Zyklen keine Schwangerschaft eintreten kann oder auf Verhütung verzichtet werden sollte.
Grundsätzlich gilt: Wer nicht schwanger werden möchte, muss auf jeden Fall verhüten, auch wenn die Blutungen sehr selten oder fast gar nicht auftreten.
Zum Thema: Eisprung und Verhütung
Eine Grundregel der Gynäkologie besagt, dass der Eisprung immer vor der nächsten Blutung stattfindet. Das bedeutet, man weiß erst rückblickend, wann der Eisprung circa war. Bei sehr unregelmäßigen Blutungen sollte man nicht davon ausgehen, dass kein Eisprung stattfindet. Lieber immer verhüten, außer eine Schwangerschaft wäre in Ordnung.
Abklärung durch Hormonbestimmung
Verkürzte oder verlängerte Zyklen sollten idealerweise mit einer Hormonbestimmung abgeklärt werden. Für die Blutentnahme eignen sich der 3., 4. oder 5. Zyklustag. Die genauen Werte, die bestimmt werden sollten, bespricht man am besten mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.
2. Schmierblutungen vor der Periode
Wenn vor der erwarteten Periode bereits Schmierblutungen auftreten, bevor die Blutung richtig einsetzt, kann das verschiedene Ursachen haben und sollte abgeklärt werden. Mögliche Gründe sind beispielsweise ein Schleimhautpolyp oder eine nicht ideale Eizellreifung und ein nicht idealer Eisprung.
Auch hormonelle Ungleichgewichte, wie ein niedriger Progesteronspiegel oder ein Überwiegen von Östrogen, können zu Schmierblutungen vor der Periode führen.
3. Mittzyklische Blutung
Eine kurze Blutung zur Zyklusmitte oder kurz danach, die von selbst wieder aufhört, wird als mittzyklische Blutung bezeichnet. Sie kann auftreten, wenn bei manchen Frauen zum Eisprung die Östrogenwerte sehr stark abfallen, was grundsätzlich normal ist. Wenn andere organische Ursachen in der Gebärmutter für die Blutung ausgeschlossen sind, sind solche Blutungen nicht besorgniserregend.
4. Postmenstruelle Spottings
Bei leichten Blutungen kurz nach der Periode, sogenannten postmenstruellen Spottings, ist die Ursache meist darauf zurückzuführen, dass die Östrogenwerte zu langsam ansteigen, weil die Follikelreifung etwas zu langsam abläuft.
Bei wiederholt auftretenden postmenstruellen Spottings sollte eine gynäkologische Untersuchung erfolgen, um die Ursache abzuklären und gegebenenfalls zu behandeln.
Zyklusstörung | Beschreibung | Mögliche Ursachen | Symptome |
---|---|---|---|
Amenorrhoe | Ausbleiben der Menstruation | Schwangerschaft, Stillzeit, Stress, extremer Gewichtsverlust, hormonelle Ungleichgewichte | Keine Menstruationsblutung |
Dysmenorrhoe | Schmerzhafte Menstruation | Endometriose, Uterusmyome, entzündliche Erkrankungen, hormonelle Ungleichgewichte | Starke Menstruationsschmerzen, Krämpfe |
Menorrhagie | Starke oder verlängerte Menstruationsblutung | Hormonelle Ungleichgewichte, Uterusmyome, Polypen, Gerinnungsstörungen | Sehr starke oder lang anhaltende Blutungen |
Metrorrhagie | Unregelmäßige Blutungen zwischen den Menstruationen | Hormonelle Ungleichgewichte, Polypen, Infektionen, Gebärmutterhalskrebs | Blutungen außerhalb des normalen Menstruationszyklus |
Oligomenorrho | Seltene Menstruation (Zyklus länger als 36 Tage) | Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS), Stress, Essstörungen, hormonelle Ungleichgewichte | Unregelmäßige oder seltene Menstruationszyklen |
Polymenorrhoe | Häufige Menstruation (Zyklus kürzer als 24 Tage) | Hormonelle Ungleichgewichte, Stress, Schilddrüsenerkrankungen | Häufige Menstruationszyklen |
Prämenstruelles Syndrom | Physische und emotionale Symptome vor der Menstruation | Hormonelle Veränderungen, Stress, Ernährung | Stimmungsschwankungen, Blähungen, Brustempfindlichkeit, Müdigkeit, Reizbarkeit |
Blutungsstörungen in der Adoleszenz und Perimenopause
Blutungsstörungen können besonders in zwei Lebensphasen problematisch sein: in der ersten Zeit nach der Menarche (erste Periode) und am Ende der fertilen Phase einer Frau, in der Prä- oder Perimenopause.
Prämenopause
Die Prämenopause beginnt meist um das 40. Lebensjahr. In dieser Phase nehmen die Hormonspiegel (Östrogen und Progesteron) ab, und die Menstruationszyklen können unregelmäßig werden. Symptome sind unter anderem:
- Unregelmäßige oder starke Regelblutungen
- Stimmungsschwankungen
- Kopfschmerzen
Perimenopause
Die Perimenopause beginnt typischerweise zwischen 45 und 50 Jahren und dauert bis zur Menopause (ein Jahr nach der letzten Regelblutung). In dieser Zeit schwanken die Hormone stark. Symptome umfassen:
- Hitzewallungen
- Schlafstörungen
- Reizbarkeit
Beide Phasen können mit Lebensstiländerungen und medizinischen Behandlungen unterstützt werden. Bei anhaltenden Beschwerden ist ein Arztbesuch ratsam.
Unregelmäßige Zyklen bei jungen Mädchen
Bei jungen Mädchen kann es häufig vorkommen, dass der Zyklus sehr unregelmäßig ist und teils starke Blutungen auftreten. Das hat für sich allein genommen noch keinen Krankheitswert, da es bis zu zwei Jahre dauern kann, bis sich der Zyklus reguliert. Die hormonelle Zyklusregulation ist in diesem Alter noch etwas unreif. Die Ursache der Zyklusstörung ist meist nicht besorgniserregend, jedoch können die Beschwerden wie Schmerzen oder starker Blutverlust durchaus belastend sein und behandelt werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Symptome von Zyklusstörungen zu lindern. Die Wahl der Behandlung hängt von der Art und Ursache der Störung sowie den individuellen Bedürfnissen der Patientin ab:
- Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen können Schmerzen während der Menstruation reduzieren.
- Agnus castus: Das Mönchspfefferkraut soll dazu beitragen, das hormonelle Gleichgewicht zu regulieren.
- CBD-Öl: Viele junge Patientinnen empfinden Cannabidiol-Öl als hilfreich bei Menstruationsbeschwerden, allerdings ist die Wirksamkeit wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt.
- Hormonelle Behandlung: Die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel wie der Pille kann den Zyklus regulieren, Schmerzen reduzieren und die Blutungsstärke verringern. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Pille nicht nur zur Verhütung eingesetzt werden kann, sondern auch zur Linderung von Beschwerden im Zusammenhang mit dem Zyklus.
Die Behandlung sollte immer individuell auf die Patientin abgestimmt werden. Ein ausführliches Gespräch mit dem Gynäkologen kann helfen, die am besten geeignete Therapie zu finden. Manchmal kann auch eine Kombination verschiedener Ansätze sinnvoll sein.
Fazit
Zyklusstörungen sind ein häufiges Problem, das viele Frauen in verschiedenen Lebensphasen betreffen kann. Sie äußern sich durch Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus, starke Blutungen oder Schmerzen und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Die Ursachen für Zyklusstörungen sind vielfältig und reichen von hormonellen Schwankungen über gutartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern und mögliche Komplikationen zu vermeiden.
In unserer Praxis nehmen wir uns Zeit für Sie und Ihre individuellen Anliegen. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin und lassen Sie sich umfassend zu Zyklusstörungen und möglichen Behandlungsoptionen beraten. Gemeinsam finden wir die beste Lösung für Sie, um Ihre Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern.
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Häufige Fragen
Was sind die häufigsten Ursachen für Zyklusstörungen?
Zyklusstörungen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter hormonelle Ungleichgewichte, Stress, erheblicher Gewichtsverlust oder -zunahme, und bestimmte medizinische Bedingungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS). Auch Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung können eine Rolle spielen.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn Ihre Menstruationszyklen regelmäßig unregelmäßig sind, wenn Sie sehr starke oder schmerzhafte Blutungen haben, oder wenn Ihre Periode über mehrere Monate hinweg ausbleibt. Ein Arzt kann helfen, die Ursache zu diagnostizieren und geeignete Behandlungsoptionen vorzuschlagen.
Können Zyklusstörungen meine Fruchtbarkeit beeinflussen?
Ja, Zyklusstörungen können die Fruchtbarkeit beeinflussen, insbesondere wenn sie durch hormonelle Ungleichgewichte oder Erkrankungen wie PCOS verursacht werden. Ein unregelmäßiger Zyklus kann es schwieriger machen, den Eisprung vorherzusagen, was die Planung einer Schwangerschaft erschweren kann.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Zyklusstörungen?
Die Behandlung hängt von der Ursache der Zyklusstörungen ab und kann Lebensstiländerungen, hormonelle Therapien wie die Einnahme der Pille, oder die Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen umfassen. In einigen Fällen können auch alternative Therapien wie Akupunktur oder pflanzliche Heilmittel hilfreich sein.
Können Stress und Ernährung Zyklusstörungen verursachen?
Ja, Stress kann den Hormonhaushalt beeinflussen und zu Zyklusstörungen führen. Eine unausgewogene Ernährung oder extreme Diäten können ebenfalls den Menstruationszyklus stören, indem sie den Körper unterernähren oder zu einem Ungleichgewicht der Nährstoffe führen.